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“Le Tour à travers Europe“ mit Lemmi’s Busreisen oder die 1. “Auflage“ des “Marathon des Alpes-Maritimes“ von Nizza nach Cannes am 09.11.2008

Vorgeschichte:

Marion und ich hatten uns bereits im Januar für den “5. TUI-Marathon“ auf Mallorca am 19.10.2008 angemeldet. Dieser Lauf sollte ursprünglich die letzte “ernsthafte“ Veranstaltung unserer Laufsaison 2008 sein und ihr einen würdigen Abschluss verleihen.

Nachdem wir jedoch im Internet am 04.10.2008 einen Bericht in den “Nürnberger Nachrichten“ gefunden hatten, dass das “Amt für Internationale Beziehungen in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Verein “Never Walk Alone“ im Zuge der Städtepartnerschaft mit Nizza einer Läufergruppe die Möglichkeit geben würde, am erstmalig ausgetragenen Marathon von Nizza nach Cannes teilzunehmen, waren wir für dieses Projekt sofort “Feuer und Flamme“. Also meldeten wir uns umgehend an und hatten auch das Glück, eine Zusage für diese Veranstaltung zu erhalten.

Zeit zwischen dem “Mallorca-Marathon“ und der “Nizza-Fahrt“:

Aufgrund von hochdosierten Kortisontabletten (die ich seit längerer Zeit einnehmen muss) und wenig Trainingsmöglichkeiten (schliesslich wollen “unsere“ Handballmädels in der Bayernliga auch trainiert und betreut werden) standen nach gefinishtem “Malle-Marathon“ lediglich an den Wochenenden jeweils zwei kürzere Laufeinheiten auf dem Programm. An mehr war definitiv nicht zu denken.

Deshalb war unser Ziel auch klar definiert: Um meine Gesundheit nicht zu ramponieren (inzwischen traten erste Nebenwirkungen des Kortisons wie Muskulaturschwund und -probleme auf), hatten Marion und ich uns vorgenommen, diszipliniert mit einem Schnitt von sieben Minuten pro Kilometer und einem Durchschnittspuls von etwa 145 den Lauf von Nizza nach Cannes zu bestreiten - nicht mehr und nicht weniger!

“Europatour“ - sprich Fahrt nach Frankreich bzw. 1. Tag der Reise:

Bestens gelaunt bestiegen wir - trotz der “unchristlichen Zeit“ - am Freitag 06.11. um 6.00 Uhr beim “Club“ zusammen mit etwa 40 weiteren Laufbegeisterten einen von “Lemmi’s“ Bussen. Dieser brachte uns nach einer sehr angenehmen Fahrt durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien schliesslich gegen 19.00 Uhr nach Frankreich.

Hier bezogen wir im Hotel “Ibis“ in Cannes/Mandelieu ein schönes Doppelzimmer, absolvierten noch eine Miniaklimatisationslaufeinheit und stärkten uns danach in einem Restaurant mit Parmaschinkenpizza.

Vortag des Marathons - 2. Tag der Reise:

Der erste “richtige“ Tag in Frankreich begann mit einem äusserst köstlichen und ausgiebigen Frühstück. Danach brachte uns der Bus zum Flughafen nach Nizza, wo der 3. Nürnberger Bürgermeister und “Marathoni“ Dr. Klemens Gsell zustieg, um gemeinsam mit uns weiter zur Läufermesse nach Nizza zu fahren. Dort war bereits alles bestens vom örtlichen Veranstalter organisiert: Wir wurden richtig nett empfangen, komplett an allen anderen Läufern “vorbeigeschleust“ und erhielten so schnell und bevorzugt unsere Startuntelagen. Direkt im Anschluss hieran wurden wir ins Casino zu einem kleinen Empfang eingeladen.

Schnell noch am Strand für ein paar offizielle Fotos “posieren“ und schon spazierten wir zum Mittagessen in die Brasserie “Le Vendôme“ (wo wir läufertypisch Nudeln speisten).

Während die Offiziellen (“Chef de la délégation“ Bernhard Nuß vom Verein “Never Walk Alone“, Karl Schröder - Fotograf, Videofilmer sowie Dolmetscher und deshalb unverzichtbare Hilfe für die gesamte Fahrt - sowie Nürnbergs 3. Bürgermeister Dr. Klemens Gsell) bei einer Pressekonferenz hochoffiziell vorgestellt wurden und sich Fragen der Journalisten stellten, hatte die Laufgruppe ein paar Stunden zur freien Verfügung.

Nachdem ich “clevererweise“ in Nürnberg von meinem Pulsgurt den “Wear Link Connector“ vergessen hatte (ohne den keine Herzfrquenz auf meiner Pulsuhr angezeigt wird), mussten wir vor einem ausgiebigen Stadtbummel erst noch Ersatz beschaffen. Und wieder einmal hatte ich Glück - der letzte “Connector“ auf der Marathonmesse wurde von mir ergattert. Nun konnte selbst das “Ehepaar Mahn“ Nizza “unsicher“ machen und sich auch noch etwas im Startbereich “tummeln“.

Um 18.00 Uhr bestieg dann die gesamte “Nürnberger Delegation“ den Bus zurück nach Cannes. Jetzt “mussten“ wir uns schnell noch einer meiner Lieblingsbeschäftigungen widmen - dem Besuch von “Decathlon“ - einer riesigen französischen Sportgeschäftskette. Natürlich kauften Marion und ich auch etwas - zwei Sonnenbrillen sollten uns am Marathontag vor der zu erwartenden strahlenden Sonne schützen.

Danach etwas essen - wieder waren Nudeln angesagt -, später noch ein Sixpack (alkoholfreies!!!) Bier auf dem Zimmer und ab in die “Falle“.

Der “Grosse Tag“ - “Marathon des Alpes-Maritimes“ bzw. 3. Tag der Reise:

Sehr zu meinem “Glück“ wurde die Abfahrt des Mannschaftsbusses auf 6.45 Uhr terminiert. Aber Jammern half nichts: Um 4.45 Uhr aufstehen (für einen Morgenmuffel wie mich eine einzige Katastrophe!!!), um 5.00 Uhr noch etwas frühstücken, danach die Laufutensilien zusammenpacken und ab in den Shuttle. Die Fahrt erwies sich als sehr unproblematisch - unser Bus wurde mit Polizeieskorte sogar bis fast zum Start geleitet (obwohl sämtlich Zufahrtswege eigentlich bereits gesperrt waren) -, so dass wir uns im Startbereich in aller Ruhe und ohne Stress auf den Lauf vorbereiten konnten: “Klamotten“ abgeben, nochmals auf die Toilette gehen, Einlaufen und Dehnen und schon war’s fünf Minuten vor “Ultimo“. Wir begaben uns in den zugewiesenen Startblock, wo 10.000 Läufer und Läuferinnen schon bombige Stimmung verbreiteten und sich auf herrlichstes Laufwetter (maximal 20°) eingestellt hatten.

Dann erfolgte der Startschuss. Obwohl wir aus dem hintersten Drittel starteten, wollten wir uns diszipliniert an unsere vorgegebene “Taktik“ halten und deshalb spielte der Startzeitpunkt nicht die wichtigste Rolle.

Die Veranstalter hatten nicht nur die “Promenade des Anglais“ einseitig für den Marathon gesperrt, sondern gleich beide Richtungen. Wir hielten uns im Gegensatz zum Grossteil der Starter rechts, hatten so sehr viel Platz, konnten in Ruhe laufen und die Sehenswürdigkeiten geniessen (wie z. B. das “Hôtel Negresco“ und die “Jardins Albert 1er“). Die Strecke führte uns bei etwa Kilometer vier direkt am Meer entlang am internationalen Flugplatz von Nizza vorbei, danach folgte der tropische “Parc Phoenix“, nach acht Kilometern joggten wir durch “Saint-Laurent-Du-Var“, nach zehn Kilometern liessen wir den Hafen von “Cros de Cagnes“ hinter uns und waren immer noch bestens gelaunt und physisch und psychisch gut drauf.

Weitere zwei Kilometer später liefen wir durch “Cagnes-Sur-Mer“ (wo es speziell Marion ein schöner Kirchturm angetan hatte), kurz darauf passierten wir das äusserst futuristisch anmutende Hotel “Marina Baie Des Anges“ (ein sehr interessantes terrassenförmig erbautes Gebäude in Halbrundform) in “Villeneuve-Loubet“.

Jetzt folgte ein etwas öder Streckenabschnitt: Circa fünf Kilometer joggten wir nun auf einer langen und extrem geraden Strasse, die von einem recht menschenleeren, nicht sonderlich einladend wirkenden, groben Kiesstrand und auf der anderen Seite von einer Eisenbahnlinie begrenzt wurde. Hier hatte ich erstmals muskuläre Probleme, die sich für den Rest des Laufs nicht sonderlich legen sollten. Aber was soll’s - 30 weitere Kilometer waren ja “nur noch“ zu absolvieren.

Glücklicherweise erlebten Marion und ich dann eines der Highlights: Der Ort “Antibes Juan-Les-Pins“ mit seinem wunderschönen “Fort Carré“. Während uns von hier oben in der alten Wehranlage ein traumhafter Blick auf die Bucht begeisterte und wir uns wieder richtig gut fühlten, wären Marion und ich in der Bucht bzw. im Hafen des Ortes am liebsten in einem der charmanten und mit bestens gelaunten Zuschauern gut gefüllten Strassencafes sitzen geblieben - sprich unser Hochgefühl, welches uns im Fort “eingefangen“ hatte, war wieder verfolgen und noch lag die halbe Marathon-Distanz vor uns.

An der nächsten Verpflegungsstelle bei Kilometer 25 nahmen wir erstmals flüssige Glucose sowie Bananenfragmente und weiterhin ausreichend Getränke zu uns, doch folgte direkt im Anschluss ein sehr unangenehmer Anstieg zum Villenvorort “Cape d’Antibes“, der extrem kraftraubend war und nicht nur Marion und mir ziemlich zu schaffen machte, sondern sogar etliche Mitstreiter zum Aufgeben bewegte.

Generell war ab diesem Zeitpunkt sehr auffällig, dass immer mehr Aktive Gehpausen einlegten, sich sogar am Strassenrand hinsetzten, komplett “ausstiegen“ oder teilweise von Sanitätern abtransportiert werden mussten. Erfreulicherweise waren Marion und ich hiervon jedoch weit entfernt!

Dennoch hatten wir beide muskuläre Probleme und deshalb nicht mehr die Musse, die Schönheiten (wie “Juan-Les-Pins“ oder “Baie de Golfe-Juan“, die zwischen “Cape d’Antibes“ und “Îles de Lérins“ liegt und angeblich den Reiz der Französischen Riviera ausmacht) zu geniessen. Trotzdem hatten wir aber kein “Date“ mit dem “Mann mit dem Hammer“, sprich wir konnten weiter unser anvisiertes Tempo laufen.

In der Folge verlief die Strecke wieder etwas bergauf an einer Eisenbahnlinie entlang, die etlichen “Marathonis“ zum Verhängnis wurde.

Endlich war das Ortsschild von Cannes in Sicht. Bei Kilometer 38 passierten wir das “Palm Beach Casino”, wo auch wieder viele Zuschauer die Strecke säumten und uns Läufer richtig anfeuerten, was die letzten Kilometer deutlich erleichterte. Nach weiteren zwei Kilometern erreichten wir das altehrwürdige “Carlton Hôtel”, welches für uns “Marathonis“ bedeutete, dass das Ziel schon fast in Reichweite war.

Zwar waren Marion und ich inzwischen “platt“, doch setzte der Gedanke bald zu finishen, nochmals Reserven frei, weshalb wir nicht mehr von anderen Teilnehmern überholt wurden, sondern dies ausschliesslich selber taten und auf den letzten 200 Metern sowie dem roten Teppich vor dem Ziel am “Palais des Festivals et des Congrès“ sogar noch die Kraft für einen recht ordentlichen Schlussspurt aufbrachten.

Kaputt, aber zufrieden (hatten wir doch exakt unsere Zeit- und Pulsvorgabe diszipliniert erreicht) finishten wir, holten uns unsere Medaillen sowie Finishershirts ab, assen und tranken auf die Schnelle noch etwas, bevor es eilig zum Bus ging, der die “Nürnberger Reisegruppe“ umgehend wieder ins Hotel bringen sollte.

Hier angekommen, fühlten Marion und ich uns wieder richtig fit, duschten schnell noch, packten unser Gepäck zusammen und traten zusammen mit allen anderen Teilnehmern (welche allesamt erfolgreich gefinisht hatten - Glückwunsch an alle Läuferinnen und Läufer) die Heimreise an.

Dass nun nach dem Marathon der zweite richtig “harte Brocken“ kommen sollte, ahnte bislang noch niemand. Obwohl es sich herausstellte, dass wir mit unseren zwei Busfahrern wirklich zwei “Super-Jungs“ erwischt hatten, mussten Marion und ich der Tatsache nun Tribut zollen, dass wir keine Zeit für ordentliches Ausdehnen oder sogar eine Massage nach unserem Zieleinlauf gehabt hatten. Deshalb passierte unvermeidlich, was kommen musste: Nach zwölf Stunden Rückfahrt im Reisebus hatten wir beide extreme muskuläre Probleme und auch Kniebeschwerden, die sich aber im Laufe des Montags bereits wieder gelegt hatten.

Resume:

Trotz der Tatsache, dass dieses Laufevent extrem kurzfristig geplant werden musste, war die Organisation durch Bernhard Nuß und Karl Schröder super! Merci bien!!!

Auch vor Ort hat alles bestens geklappt (das Hotel war ideal, die Organisatoren vor Ort bevorzugten uns wo immer es ging, die Laufveranstaltung war wirklich klasse geplant und das Wetter optimal).

So waren Marion und ich (und wahrscheinlich auch der Grossteil der “Nürnberger Delegation“) mit dem Trip nach Nizza und Cannes mehr als zufrieden.

Lediglich ein Verlängerungstag nach dem Marathon und eventuell eine Anreise per Flugzeug wären viel angenehmer gewesen. Aber was noch nicht war, kann ja noch werden.

Auch unsere persönlichen Ziele haben wir erreicht: Trotz meiner Kortison-Therapie und mangelnden Trainingmöglichkeiten sind wir exakt nach den Vorgaben gelaufen, die wir erzielen wollten.

Auf jeden Fall sind wir schon auf eine Wiederholung 2009 ganz “scharf“, vor allem, weil wir dann auch ordentlich trainieren können. Ausserdem hoffe ich, bis dahin keinerlei Medikamente mehr nehmen zu müssen, die sich kontraproduktiv auf meinen Körper auswirken.

Nachsatz:

Und wie geht’s jetzt weiter? Die Laufsaison (die wir locker ausklingen lassen werden) ist für uns jetzt definitiv beendet. Nun werden wir uns wieder mehr der Handballerei (sprich “unseren Mädels)