Bericht von Kirstin Mäker
Le premier marathon
Wie sagte Bernhard so schön, wie die Jungfrau zum Kinde, so bin ich zu meinem Marathon gekommen.
2 Wochen vor dem Nizzamarathon:
Es begann alles mit einem Telefonat mit Bernhard, in dem ich erfuhr, dass ich für einen Marathon angemeldet bin. Mein erster Gedanke „Das kann doch nicht wahr sein, nie und nimmer habe ich mich für einen Marathon angemeldet“. Wie sich dann herausstellte, lag der Fehler bei uns beiden. Nach meiner dreimonatigen Verletzungspause befand ich mich gerade in der dritten Trainingswoche und an einen Marathon war gar nicht dran zu denken. An dem gleichen Tag entschlossen sich Sascha und Pia Koschella, nach ihrem Dresdenmarathon, doch noch nach Nizza mitzufahren. Durch dass kurzfristige Einspringen von Sascha Koschella, konnte ich mir mit ihm den Marathon teilen und somit eine inoffizielle Staffel bilden.
Freitag, 12.11.2010, 6:00 Uhr: Abreise
Mit der Prämisse einen Halbmarathon zu absolvieren ging die Reise am 12.11.2010 nach Nizza los. Mir war flau im Magen, mein letzter HM war im Juni in Fürth und seit August hatte ich absolutes Laufverbot und konnte somit an keinem Training teilnehmen. Ich dachte mir nur, okay, du machst daraus einen lockeren Trainingslauf.
Nach einer recht kurzweiligen Reise waren wir dann in Cannes gut angekommen und bezogen unser Quartier. Den Abend ließen wir gemütlich in einer Brasserie und anschließend in der Bar ausklingen.
Samstag, 13.11.2010: Startunterlagenabholung/Stadtbesichtigung Nizza
Die Nacht hatte ich unruhig geschlafen. Meine Gedanken kreisten: „Wie wird es ablaufen?“ , „Wie komme ich zum Km 21“?, oder „Laufe ich doch lieber durch und versuche mein Glück?“. Schließlich wollte ich den Start, sowie den Zieleinlauf in Cannes mitnehmen. Im Nachhinein sollten sich die ersten beiden Gedanken als unbegründet erweisen, da Bernhard und Inge mich mit einem Zugfahrplan ausstatteten, wo sich viele Möglichkeiten befanden, um auf der Strecke unterwegs einzusteigen.
In Folge meiner unruhigen Nacht habe ich den Vorbereitungslauf um 7:00 Uhr verschlafen. Es war noch viel Zeit bis zur zur Busabfahrt nach Nizza, sodass ich mich entschloss allein einen kleinen Lauf im strahlenden Sonnenschein zu absolvieren. Schnell fand ich noch Anschluss zu Eric und seinem Bruder, die ebf. später aufgestanden sind.
Um 10:00 Uhr ging es dann mit dem Bus los und wir fuhren auf der Hinfahrt nach Nizza einen Teil der Marathonstrecke ab. Anschließend holten wir unsere Startunterlagen auf der Messe ab und wurden 13:00 Uhr im Rathaussaal würdig mit einer Rede vom Bürgermeister von Nizza, sowie einem Büfett mit landestypischen Spezialitäten empfangen. Er nahm sich ausgesprochen viel Zeit für uns. Nach der Übergabe des Gastgeschenkes (natürlich Nürnberger Lebkuchen) von Klemens Gsell an den Bürgermeister, hatten wir den restlichen Tag zur freien Verfügung. Es war ein sehr gemütlicher Tag, den wir an der Promenade von Nizza (Promenade D´Anglais) und in der Altstadt verbrachten. Am Abend stärkten wir uns mit einem Pastaessen beim Italiener. In Cannes wieder angekommen, trafen wir uns dann zu den letzten abschließenden organisatorischen Gesprächen vor dem Lauf in der Hotelbar. Mein nächtlicher Gedanke hatte mittlerweile Form angenommen und Tanja Rommetsch bestärkte mich, einen Marathonstart zu wagen. Sie erzählte mir von ihren ersten Marathonerfahrungen in Antalya, die für mich sehr hilfreich waren.
Sonntag, 14.11.2010, Marathon des Alpes-Maritimes Nice-Cannes:
Die Nacht hatte ich recht gut geschlafen. Um 6:00 Uhr fuhren wir mit dem Bus direkt in den unmittelbaren Startbereich des Marathons. Tanja und Harald haben mir noch mit einem Regencape und Salztabletten ausgeholfen. Anschliessend ging es voller Anspannung in den entsprechenden Startblock. Es war ein schönes Gefühl in einer super Laufgemeinschaft im Startbereich zu stehen und dem Startschuss entgegenzufiebern. 3-2-1 Start! Ca. 8300 Läufer setzten sich im Regen auf der Promenade D´Anglais in Bewegung. Wir fanden uns zu einer kleinen Laufgruppe mit einer weiteren Debütantin, der Staffelläuferin Ulrike Gsell, sowie Sascha zusammen. Ab Kilometer 10 musste ich dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und ließ die Debütantin und Ulrike ziehen. Nachdem ich mein Tempo gefunden hatte, lief es dann richtig gut, die Kilometer zogen nur so an Sascha und mir vorbei. Ich war begeistert wie gut es lief. Den Ort Antibes (Kilometer 21) hatten wir relativ zügig mit 2:40 erreicht. Nun kam für mich die entscheidende Strecke und v.a. die Fragestellung „Wird es weiter lauftechnisch so gut klappen?“. Weiter entlang der Côte d´Azur ging es durch die malerisch schönen Orte, in dem die Leute in den Cafés bei Ihrem Sonntagsfrühstück saßen. Die Stimmung war gut, die Leute ermunterten uns mit „Courage Courage!“ und feuerten uns an. „Allez-Allez!“. Ab Kilometer 25 machten sich langsam die Beine bemerkbar, aber es lief trotzdem gut. Die zweite Marathonstrecke wartete doch mit einigen Steigungen auf, die wir walkend meisterten. Kilometer 30 war erreicht und jetzt hieß es für mich durchbeißen. Nur noch etwas mehr als 10 km. Ein Blick zurück offenbarte die Schönheit der Côte D´Azur und zeigte uns auf, was schon für Etappen hinter uns liegen. Dies gab wieder Kraft für die Schlussetappe. Es zeigte sich dann auch das Wetter von seiner besten Seite. Die letzten 5 km wurde dann doch ganz schön hart und kräftezerend. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so lang werden können. Jeder einzelne Kilometer erschien mir unendlich weit. Die letzten Reserven aus dem Gürtel mit Gels, Salz und Riegel wurden geleert. Ab Kilometer 38 unterstützte mich dann noch Bernhard, der extra zurück gelaufen ist, in Begleitung mit Sascha. Leider war uns das Wetter jetzt nicht mehr hold, sodass wir die letzten Kilometer im Regen zurücklegen mussten. Damit waren auch die Zuschauer vom Straßenrand weg. Aber das Ziel lag hinter jetzt nur noch hinter zwei Kurven und dann kam die lang ersehnte Kilometermarke 42, sowie der Zielbereich in Sichtweite. Der Moderator lief die letzten Meter noch mit und feuerte mich an. Geschafft - Ziel erreicht! Es war unfassbar für mich und das mit einer so kurzen Vorbereitungszeit von gerade einmal 4 Wochen.
Im Bus angekommen, applaudierten alle begeistert und mich überrollte eine Woge des Glücks und der Emotionen. Gekrönt wurde der Augenblick mit einem Geschenk, indem ich noch mein Finishershirt überreicht bekam.
An dieser Stelle möchte ich mich insbesondere bei Sascha Koschella bedanken, der mich auf der ganzen Strecke begleitet, motiviert und zum Schluss gezogen hat. Dankeschön!!!
Auch Pia Koschella möchte ich an dieser Stelle bedanken, die in der Kälte und im Regen nach ihrem fulminanten Lauf mit 4:12 im Zielbereich auf uns gewartet hat. Ich danke dir Pia!
Weiterhin möchte ich mich bei Tanja bedanken, die mich in meinem Gedanken bestärkt hat und mir den Weg zum dem Marathon geebnet hat. Sowie für das Aushelfen mit den mir noch fehlenden Utensilien. Danke Tanja und Harald Rommetsch!
Nicht vergessen, möchte ich dich, Bernhard. Du bist extra nochmal zurückgelaufen, um mich „einzufangen“ und mir deine Medaille gegeben hast, die leider schon vergriffen waren.
Natürlich möchte ich auch all den anderen Teilnehmern danken, die den Marathon oder die Staffel ebf. erfolgreich gefinisht und anschließend gewartet haben. Danke für den Teamgeist!
Montag, 15.11.2010: Ausflug nach Monaco und Heimreise
Die Nacht war geprägt durch einen langen und tiefen Schlaf. Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es Koffer packen und mit einem Ausflug nach Monaco die Heimreise antreten. Der Muskelkater deckte bisher nicht wahrgenommene Muskelgruppen auf. Nach dem Motto Bewegung lockert die müden Glieder, entdeckten wir das Fürstentum Monaco - den beeindruckenden Yachthafen, das Casino, die Formel 1-Strecke, uvm..
Im Regenwetter verabschiedeten wir uns von Monaco und der Côte d´Azur in Richtung Heimat.
Dieses für mich einzigartige Lauferlebnis hat gezeigt, you „Never Walk Alone“. Ich habe die Tage sehr genossen, es ist ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl innerhalb unseres Vereins.
Abschließend möchte ich mich bei Bernhard und Inge bedanken, die uns diese schöne Reise seit drei Jahren ermöglichen. Entgegen aller organisatorischen Schwierigkeiten, die speziell den Nizza Marathon betreffen, organisieren sie immer wieder eine Reise.
Vielen vielen Dank!!!



















































































































