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12.-13.05.2018 Megamarsch München

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Der Megamarsch München hat seinem Namen alle Ehre gemacht!
Nach nicht ganz optimaler Vorbereitung ging es Samstag, um 16:00 Uhr, mit der ersten Starterwelle auf den 100 km-Track nach Mittenwald. Es war eine richtig große Freude, als sich Hermann Fischer entschloss, mich, bereits eine Woche nach seiner sehr erfolgreichen Teilnahme beim Rennsteig Hiking World Championship, beim ersten 100er Megamarsch zu begleiten. Bei bestem Wetter ging es Anfangs noch mit einem großen Teilnehmerfeld, meist an der Isar entlang, in Richtung Süden. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, mit gleichmäßiger Pace von 6km/Std. die Ultradistanz zu bewältigen. Nachdem wir unseren Platz im Läuferfeld gefunden hatten und den ein oder anderen Umweg, wegen unzureichender Streckenbeschilderung / Abweichung des Tracks von der aufgezeigten Strecke, gemacht hatten, konnten wir uns wieder, Stock für Stock, an die Spitzengruppe heranarbeiten. So ging es dann am Abend zur ersten Verpflegungsstation, ein schön gelegener Biergarten bei Pupling, wo auch unser Betreuungsteam, Kristin und Michael, zu uns gestoßen ist. Nach dem Auftanken der Wasservorräte und der notwendigen Energiezufuhr, ging es für uns weiter. Auf dem Weg nach Wolfratshausen brach die Dämmerung und die Kälte herein. An der 2. VPS, bei km 37,2, hatte ich warme langärmelige Wechselkleidung vorausgeschickt, die ich bei der Kälte in der sternenklaren Nacht auch zwingend benötigt habe. Von hier sollte es über eine länger Etappe, in Richtung Kochel am See gehen. Auf dem Streckenabschnitt. zwischen 45. km und 60. km. fanden wir zu unserer Leistungsspitze. Hier konnten wir auf stets leicht ansteigender und hügeliger Strecke, durch verschlafene Dörfer hindurch, richtig gut punkten. Nur vom Gleichklang unserer rhythmischen Stockeinsätze, welche auf dem voralpenländlichen Asphalt in der Nacht zu hören waren, wurde unsere sächsisch-fränkische Stockgemeinschaft, mit teilweise bis zu 9 km/h, vorangetrieben. Ich denke, wir konnten in dieser Zeit an etwa 100 Gleichgesinnten vorbei walken, die beim letzten Halt früher weg kamen. Zwischenzeitlich kannte man sich schon, bzw. hörte uns beide durch die Stille der Nacht. In einem kurzen Austausch mit anderen Megamarschierern erhielten wir immer wieder positive Resonanz, bezüglich der Stockeinsätze und unserer daraus resultierenden Walkgeschwindigkeit. Etliche Mitstreiter hatten Stöcke dabei, nutzen diese jedoch leider kaum oder brachten diese Sportgeräte nicht wirkungsvoll zum Einsatz. Bereits seit Kilometer 42 war aufgefallen, dass en an den Straßen- und Wegrändern immer häufiger lädierte, sitzende und liegende Teilnehmer zu sehen waren, die wohl teilweise nicht mehr die Kraft und den Willen fanden den Weg bis zum Ziel fortzuführen. Nach einer herrenlosen Wasserstation ging es in die Berge, was durch lange und eindrucksvolle Anstiege bestätigt wurde. Um diese zu schaffen, musste ich meinen Walkrhythmus etwas zurücknehmen und anpassen, was dazu führte, dass ich nun ganz in Stille und für mich alleine auf den nur spärlich durch die Kopflampe ausgeleuchteten Singeltrailpfaden unterwegs war. Derart schwierige, risikoreiche, steil abwärts führende ungesicherte Steige in der Dunkelheit der Nacht, ohne jegliche Markierungen, in den Marsch mit einzubinden, halte ich persönlich für sehr unangemessen. Zwischenzeitlich hat es, Gott sei Dank, begonnen zu dämmern. Nun ging es wieder heraus aus dem Hochwald und über Almen hinunter zum Kochelsee, der sich bei einem Blick ins Tal, aus dem Nebel heraus bereits angekündigt hat. Die Freude über den bevorstehenden Tag und zugleich darüber, die Nacht und erwartete Müdigkeitstiefpunkte erfolgreich übergangen zu haben, motivierten mich zu den letzten Schritten auf die Verpflegungsstation, beim Schmid von Kochel (Km 67 ) zuzumarschieren. Der Gastraum war bereits zu dieser Zeit, um 5:30 Uhr, gut gefüllt von etwas müde wirkenden und sich pflegenden und teilweise ruhenden Bezwingern des Weges. Auf Empfehlung von Hermann, der nach meinem Zurückbleiben schon etwas besorgt um mich war, bestellte ich eine Gullaschsuppe, mit einer frischen Breze. Kaum zu glauben, wie gut und kräftigend eine warme Mahlzeit schmecken und wirken kann. Einfach nur sitzen, Ruhe geben und am besten nicht mehr aufstehen müssen. Auch hier gab mir mein Mitwalker und ausgewiesener Experte für Ultraläufe, Hermann (einfach unglaublich: Dieser Marsch war bereits sein einundvierzigster 100er), die notwendige Zeit, um mich zumindest ein Stück weit zu regenerieren. Nun sollte es zur steilsten Etappe, hinauf zum Walchensee, kommen. Also genau das richtige für müde Beine und einen wachen Kopf. Es ging mit Bedacht, besonders intensiven Stockeinsatz und gemäßigtem Tempo, tatsächlich besser als gedacht. Vermutlich auch inspiriert von vielen vergleichbaren Wegen und Erlebnissen im grünen Herzen Österreichs. Auf der Passhöhe angekommen, zeigte sich der türkisfarbene Walchensee im morgendlichen Sonnenschein, mit dem dahinter liegenden, noch schneebedeckten, Karwendelgebirge. Einfach nur stehen bleiben und die Augen schweifen lassen! Hier waren wir eigentlich verabredet, doch mein Kollege ist mir der vorausgegangenen Gruppe, offensichtlich fehlgeleitet, noch weiter den Berg in Richtung Gipfel hinauf geklettert. So ging es für mich und weitere Megamarschler hinunter zum See und dort am Ufer entlang. Dieses glasklare Wasser, der Glockenklang der über den See zu uns herüber kam, lud ein zum Verweilen. Dennoch walkte ich unaufhaltsam an der nächsten Gruppe vorbei zur VPS 4, bei der Feuerwehr, in Walchensee. Ich sollte doch tatsächlich noch vor meinem sächsischen Walkfreund ankommen und machte mir deshalb ebenfalls Gedanken um ihn. Schon einige Minuten später traf Hermann wieder ein. Nun konnten wir uns nach einer kurzen Stärkung wieder gemeinsam auf die rechnerisch verbleibend Reststrecke, von nur noch 22,4 km, machen. Also etwas mehr als eine Halbmarathondistanz, welche man ja bekannter Weise problemlos bewältigen kann. Dabei habe ich jedoch offensichtlich bewusst verdrängt, dass ich zwischenzeitlich schon 77,6 km, eines durchaus nicht ganz so einfachen Marsches und somit über 25 km mehr, als mir bekannte Trainingsmärsche, hinter mich gebracht hatte. Egal! Es musste einfach nur weiter gehen! Ab hier begann verstärkt die Kopfarbeit, die unterstützt von den landschaftlichen Reizen, am See entlang, die nächste Anhöhe hinauf und wieder hinunter ins Tal, dem Verlauf des Jakobsweges folgend, zum Tragen. Dann sollte uns die weitere Tour entlang eines grünlich schimmernden Gebirgsbaches, vorbei an einem, vom Fels herunterstürzenden Wasserfall, nach Walgau führen. Hierher kamen uns, völlig überraschend, Michael und Kristin entgegen, was bei einem alkoholfreien Weizen im nächstgelegen Biergarten gebührend begossen werden musste. Somit sollten doch nun auch noch die letzten 8,5 km zu bewältigen sein. Das sich diese jedoch schier endlos zeigten und mit weiteren Anstiegen auf ein Hochplateau hinauf gespickt sein sollten, hätte ich nicht mehr erwartet. Überwältigt von der Bergkulisse, um Mittenwald herum und dem späteren Blick, hinunter auf die Ortschaft, ging es wieder etwas einfacher. Am Ziel wurde jeder Einzelne von großem Applaus empfangen und erhielt die anerkennende Medaille. Dabei freute es mich ganz besonders, dass wir auch von Rosi Bayer, eine Ausnahmesportlerin in der Berglaufszene, die ich über vorangegangene Vertical Up Teilnahmen, bzw. über FB, kennenlernen durfte, im Zielbereich begrüsst wurden. Somit konnten also die 102,4 km des Megamarsches 2018, von München nach Mittenwald, in einer Nettozeit, von 15:47 Stunden, also mit einer durchschnittlichen Pace von 6,5 km/h bewältigt werden. Diese Leistung übersteigt meine persönlichen Erwartungen und habe ich letztendlich dem walkenden Zimmerermeister, Herman Fischer, zu verdanken, der mich gekonnt über diese Langdistanz zum Ziel führte. Ich danke Dir dafür ganz besonders lieber Hermann! Ein besonderer Dank gilt auch wieder unseren Betreuern, Kristin und Michael, welche mich zum wiederholten male zu solchen sportlichen Herausforderungen begleitet und bei der Umsetzung tatkräftig unterstützt haben. Auch den Veranstaltern und vielen Helfern gilt mein Dankeschön! Hier Bedarf es jedoch meines Erachtens weiterer Überlegungen / Korrekturen zur Führung der grundsätzlich landschaftlichen reizvollen und fordernden Strecke, bzw. der zwingend notwendigen durchgängigen und geeigneten Beschilderung sowie der Anpassung des zur Verfügung gestellten Tracks. Wie gewohnt, schließe ich mit sportlichen Grüßen aus Nürnberg, Hubert