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Wengen am 25. März 2018

In Wengen hoch hinauf, aber auch schnell wieder runter, nun sollte uns der Weg zum letzten Lauf der Vertical Up Tour 2018 nach Wengen in die Schweiz führen. Schon die Anreise mit der Zahnradbahn in das hochgelegene, am Berg klebende und autofreie Wengen war für uns eine echte Besonderheit. Bei der Ankunft im Hotel Edelweiss empfing uns der Chef des Hauses, der 2017 selbst beim VU in Wengen mitlief und sein Koch, der für die Bewirtung der Athleten 2018 zuständig war. Hier waren wir absolut richtig, was durch das gepflegte Haus, gutes Essen und die Freundlichkeit des Personals unterstrichen wurde.
Am Sonntag ging es mit einem halbstündigen Fußmarsch zum Zielbereich der Lauberhorn Weltcupabfahrt. Hier trafen wir auf mir bekannte Gesichter das Kamerateams, was die gesamte VU-Tour begleitet hat und man konnte sich dabei erstmalig bei Tageslicht kurz persönlich austauschen.
Bereits beim Aufwärmen musste ich feststellen, dass dies wohl heute nicht ganz mein Tag werden wird. Neben einer geraubten Stunde Schlaf (Zeitumstellung) fehlte mir, aufgrund einer Magenverstimmung und dem Anflug einer Erkältung, auch die notwendige Kraft.
So fragte ich mich bereits nach dem ersten Anstieg, noch im Zielraum der Piste, wie das heute wohl zu schaffen sein soll?
Die wunderbare Sonneneinstrahlung, zusammen mit den fast frühlingshaften Temperaturen kosteten mich viel Kraft und machten das Gehen auf angetauten, ungriffigen Schnee sehr mühsam. Dies wurde dann auch noch, durch sich den unter den Steigeisen und Ketten auftürmenden Schnee, erschwerte und verursachte zusätzliche ungewollte Schneeentfernungspausen.
Etwa auf halber Strecke traf ich freudig erneut auf den unterschenkelamputierten intalienischen Olympioniken, mit dem ich auch auf der Madonna di Compiglio ein Stück des Weges gehen durfte.
Nun ging es unter einer Unterführung der Wengernalpbahn hindurch, um dann nach einem erneuten giftigen Steilstück, ein winterliches Alpenpanorame in Höchstform zu erleben. Der Eiger mit seiner spektakulären Nordwand, Mönch und Jungfrau standen beeindruckend, von Schnee bedeckt und im Licht der Morgensonne, gekrönt vom blauem Himmel mit leichten Schleierwolken vor uns. Alleine hierfür hat es sich gelohnt, diese Strapazen auf sich zu nehmen! Wie aus dem Nichts waren plötzlich zwei Alphörner zu hören, welche, im wahrsten Sinne des Wortes, zur Beflügelung der Kräfte beitrugen. Die Piste war zwischenzeitlich hart und griffig geworden, so wie ich das mag. Deshalb ging es für mich nun richtig gut voran. Am letzten Steilstück der Lauberhornabfahrt, wo die Pistenraupen nur an Sicherungsseilen die notwendige Arbeit verrichten können, ignorierte ich den rechtsseitigen seilgesicherten Weg. Getreu dem Tour Motto „Vertical Up“, stieg ich höchstmotiviert in das Steilstück ein. Kurz vor der Kante zur nächsten Querpassage, war es dann soweit. Eine kleine Unachtsamkeit, fehlender Druck auf Eisen und Stöcke und schon sollte ich etwa 100 m den Steilhang hinunter abfahren. Gott Sei Dank! Es war nicht mehr passiert. Ich signalisierte den beiden Bergwachtlern, dass alles OK ist und es hieß erneut „Auf geht´s, aufgeben gibt es nicht“!
Diesmal jedoch, Schritt für Schritt, in den Trittspuren meiner Vorläufer, immer am Seil entlang. Nach der besagten Quertraverse traf ich wieder auf die mir wohlgesonnenen Kameraleute und Fotografen, die mich nach der vorangegangenen Aktion noch einmal verbal pushten. Aufgrund der mir zunehmend mehr fehlenden Luft, ging es nach mehreren Zwischenstopps, motiviert von Zurufern aus dem Sessellift, auf den letzten Teil der Piste in Richtung Zielhaus. Hier warteten schon meine beiden Betreuer, die nur mit Unterstützung durch die Bergwacht und deren motorisierten Schneemobilen in diese hochalpine Bergregion gelangen konnten. Wie heißt es so schön: „Das Beste kommt zum Schluss“, was ich bei diesem abschließenden Laufevent, über die Länge von fast 4,5 km und rund 1.100 hm bestätigen kann. Für mich persönlich muß dies jedoch noch um „und das Schwerste“! erweitert werden. So fand auch dieser Lauf auf der Lauberhornabfahrt, welchen ich mit einer Zeit von 1:47:39 und dem 32. Platz (von 92) in der RS-Klasse bewältigen konnte, sein erfolgreiches Ende. Leider kamen auch hier von den 228 angemeldeten Läufern offensichtlich nur 210 in die Zielregistrierung. Noch vor wenigen Monaten wäre für mich ein solches Event und noch viel weniger eine ganze Vertical Up Tour, mit all seine fordernden Weltcupabfahrten, weit außerhalb meiner realisierbaren Ziele gewesen. Nun darf ich mit großer Freude und großem Respekt vor Allen, die sich derartigen Herausforderungen annehmen, feststellen, dass Nichts unmöglich ist, wenn man es nur möchte und Vieles dafür tut. Mit einer kleinen Einschränkung, welche mir kürzlich ein sehr geschätzter Sportfreund aufzeigte: „Man muss schon ein bisschen irre sein“! Das ist sicher nicht ganz unrichtig, jedoch gepaart mit dem absoluten Willen eher förderlich für den Erfolg. Abschließend gilt mein Dank allen Veranstaltern und den unzähligen Helfern und Sponsoren, ohne die Vertical UP 2018 nicht so erfolgreich realisierbar gewesen wäre. Besonders jedoch danke ich meiner Familie, meinen Begleitern und Betreuern sowie dem gesamten Team von Never Walk Alone Nürnberg e.V. und vielen alten und neuen Freunden, die mich auf den Pisten der Tour begleitet haben. Nachdem nun das Frühjahr vor der Tür steht, wird es für mich in der nächsten Zeit nicht mehr ganz so hoch hinauf, sondern wieder auf die NW-Strecken und hier ganz besonders auf Langdistanzen gehen, auf die ich mich jetzt schon freuen darf.