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Die "NWA" 100 Meilen Läufer

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Unser Team in Berlin von links: Jürgen Reinert, Günther Gesell, Karlheinz Langner und ich in der Früh vor dem 100 Meilen Lauf.

Mein größter Dank, und genau so will ich meinen Bericht beginnen, gilt dem Organisationsteam, der Berliner Polizei und Feuerwehr, die unseren für 24 Stunden verschollenen Mitläufer Karlheinz gefunden und ins Krankenhaus gebracht haben.

Ohne diese Info, die ich heute, am 18. August, um 12:00 Uhr bekommen habe, hätte ich nämlich gar keinen Bericht geschrieben. Die Gewissheit, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht, läßt mich die Sorgen, die ich um ihn hatte, vergessen!

Der "erste" Marathon

Ich hatte mir die 100 Meilen in "vier Marathons" zurecht gedacht, denn ich gehe immer mit verkürzten Zielen an eine solche, ja unmenschliche Sache heran. Ich fühlte mich gut trainiert, so hatte ich ja unter anderem drei Wochen vorher mit 126,6 Kilometer einen langen Lauf um das Langseebad in den Beinen.

Um 6.00 Uhr viel der Startschuß und los ging es mitten durch die Stadt am Reichstag und Kanzleramt vorbei, jede Fußgängerampel die rot war schön brav angehalten, denn sonnst drohte eine Disqualifikation, immer an der ehemaligen Berliner Mauer entlang in die Richtung des Mahnmals von Peter Fechter.

Die über 400 Teilnehmer, zumindest die vor mir, hielten sich auch an diese Anweisung und so zerfiel das Läuferfeld zunehmend in kleine Gruppen.

Ich wollte die erste Teilstrecke meines Planes in einer 6:30 Pace laufen und es funktionierte auch prima, immer einen kleinen Tick schneller zu sein denn die eine oder andere Pause an den Versorgungspunkten wollte ich schon einlegen. An der Versorgung VP5 war es dann soweit, eine kleine Zwangspause, denn ich hatte eine leichte Reizung im Schritt, die ich mit Vaseline versorgen wollte.

Lange Rede kurzer Sinn, an der VP 7 bei Kilometer 41,97 hatte ich meinen ersten Marathon hinter mir und auf der Uhr stand eine Durchschnittspace von 6:28, SUPER;)

Der "zweite" Marathon

Für den zweiten Marathon sah ich mir die Zeitvorgabe mit einer Pace von 6:45 etwas langsamer vor und ich fühlte mich super.

Der Anlaufpunkt für den zweiten Teil der für mich wichtig war, war Kilometer 58,5 VP10, denn, da hatte ich einen Wechselbeutel mit frischen Klamotten. Da aber das Wetter "lauftechnisch" super war bis dahin, lies ich den Beutel unberührt dort liegen und spulte Kilometer für Kilometer ab.

Ab der 12. Verpflegung führte die Strecke durch Babelsberg und Potsdam und Leute ich sage Euch, da stehen vielleicht Villen, die meisten mit Seezugängen und Einfahrten, in die man problemlos noch zwei Häuser bauen könnte.

An der VP 14 bei Kilometer 84,5 rief ich dann kurz meine Frau an und berichtete ihr ...alles in Ordnung mein Schatz und ich bin guter Dinge, alles auf meiner Garmin aufnehmen zu können...

Die Durchschnittsgeschwindigkeit konnte ich bis dahin absolut im grünen Bereich halten und aus einer Sekunde "Guthaben" wurden am Ende des zweiten Abschittes 9 Sekunden Vorsprung auf meine geplante Durchschnittsgeschwindigkeit und nicht einmal die kurze Regenpause, die ich mir gegönnt habe, weil sie mich genau an der Verpflegung erwischt hat, konnte das ändern.

Der "dritte" Marathon

Der dritte Teil des Mauerweglaufes begann dann allerdings mit einer längeren Regenpause, die mich an der VP 15 erwischt hat. Diese Versorgungsstelle bei Kilometer 90,8 war dahingehend auch sehr wichtig für mich, da ich dort nicht nur Wechselklamotten gebunkert hatte, sondern auch neue Schuhe warteten dort auf mich.

Fast eine halbe Stunde hatten mich jetzt die Regenpausen gekostet und wenn es auf der Strecke passiert wäre, wäre ich ja einfach weiter gelaufen, aber so in den Versorgungsstellen unter einem Zeltdach, ist keiner der um mich herum war losgelaufen.

Apropos um mich herum, schon nach den ersten 20 Kilometern wurde das Feld der Mitläufer um einen herum sehr dünn, aber was noch kommen sollte ist bis dato für mich an einer Laufveranstalltung noch nicht gewesen. Ich lief praktisch mindestens 60-80 Kilometer in der Nacht zu 90 % davon im Wald alleine herum.

An der VP 19 dann der "worst case". Beim Verlassen der Station rief ich meine Frau an, denn ich wusste ja, sie verfolgt zuhause das Ganze über mein Runtastic, das aber bei 112 Kilometern seinen Geist aufgegeben hat, (ich hätte nie gedacht dass das überhaupt so lange hält) um ihr zu sagen was los ist.

Ich also am Ende der VP, wie soll es auch anders sein nach links laufend weiter auf der Strecke entlang wieder angelaufen. Dabei übersah ich die Markierung, die deutlich nach rechts gegangen ist, also in die Richtung wo ich her gekommen bin. Resultat ich habe mich um 2 Kilometer verlaufen!!!

Durch die Zwangspausen und das Verlaufen wurde mein Zeitfenster für die nächste wichtige Station VP 21 natürlich sehr eng und an diesem Wechselpunkt war ja meine "Nachtausrüstung" mit Lampe, Warnweste und neuen Schuhen deponiert.

Ca. 2-3 Kilometer vor dieser Station ist es dann passiert. Ich stand ohne Licht mitten im Wald und habe nichts mehr gesehen. Gefühlt eine halbe Stund habe ich gewartet bis ein Mitteilnehmer mit Licht kam, um dann weiter laufen zu können. Mit einem sehr dicken Hals bin ich dann auf Etappe 4 meines Planes gegangen, was sich sicher jeder vorstellen kann.

Der "vierte" Marathon

Der vierte von mir im Kopf festgelegte Teilabschnitt des Mauerweglaufes war ja nur noch 34 Kilometer lang, aber nur gut das ich nicht vorher wusste was da auf mich zukommt, sonnst hätte ich vielleicht sogar das Handtuch geschmissen.

Nach den Zeitverlusten war mir klar, ich müßte jetzt wieder mindestens 6-7 Minuten den Kilometer laufen um mein Ziel zu erreichen, unter 20 Stunden den Lauf zu finishen.

Aber das war einfach nicht mehr möglich. Der wieder einsetzende Regen, das Kopfsteinpflaster und die wurzelüberwucherten Wegstecken liesen das einfach nicht zu, zumindest nicht für mich. So versuchte ich jetzt immer von VP zu VP zu laufen, alle Fünfe gerade zu lassen den das zweite Ziel in unter 24 Stunden zu finishen konnte mir praktisch keiner mehr nehmen.

Zwischendurch telefonierte ich noch mit Lauffreund Akos und noch mal mit meiner Frau und gab die neue "Marschrichtung" durch, spazierend dem Ziel entgegen nur noch ankommen war die Devise.

Für die letzten 10 Kilometer brauchte ich dann auch tatsächlich über 2 Stunden, denn die Pausen an den VP's wurden auch immer länger. Am Stadtrand von Berlin ankommend sah ich dann Gott sei Dank einen McDonald auf der Strecke und so gut habe ich seit langem nicht mehr gegessen (y)

Letztendlich kam ich dann nach 21:23:01 überglücklich im Ziel an und habe mich echt darüber gefreut, dass dabei auch noch der 51. Platz bzw. der 10. Platz in meiner Altersklasse heraus sprang. Ich habe damit den längsten Lauf meines Lebens gemacht und war damit weiter und schneller unterwegs als bei meiner Aktion aus dem Jahr 2007, als ich den Wöhrder See in Nürberg 24 Stunden im Kreis herum gelaufen bin.

Damals war ich sicher 5 mal besser "läuferisch" trainiert, da das zu meiner Vorbereitung für den Deutschlandlauf gehörte. Damals schaffte ich 158 Kilometer in 24 Stunden und hier der Zeitungsartikel von damals.

Resüme

Um 12 Uhr heute kam die erlösende Nachricht, dass unser Lauffreund Karlheinz Langner gefunden wurde.

Die Vorgeschichte: Karlheinz, mit dem wir schon in der ganzen Welt gelaufen sind, gehört wie Jürgen Reinert und Günther Gesell zum harten Kern der "NWA-Läufer", wurde beim Mauerweglauf seit 8:00 Uhr in der Früh am VP 25 bei Kilometer 149 vermisst.

Eine Suchaktion der Berliner Polizei in der Nacht blieb erfolglos und wir haben das Schlimmste befürchtet. Sogar eine Hundertschaft der Polizei in den Morgenstunden brachte ihn nicht zu Tage .... WIE AUCH ... wenn sie dort gesucht haben wo das letzte Lebenszeichen von ihm war.

Er hatte sich nämlich verirrt und wurde heute in der Früh, ca. 15 Kilometer entfernt an einer Schleuse gefunden, völlig verwirrt und dehydriert, 24 Stunden nach seinem Verschwinden.

Dass das gut ausgegangen ist, ist das Wichtigste am Mauerweglauf für mich und meine Laufkollegen gewesen. Ohne diesen guten Ausgang hätte ich mit Sicherheit keine Zeile geschrieben.

Ob ich das noch mal brauche, 100 Meilen zu laufen, kann ich heute nicht sagen, dazu tut mir im Moment einfach alles noch zu weh. Das ich es schaffen werde, den Mauerweglauf zu finishen, dessen war ich mir relativ sicher.

Die Strecke

Die Splittzeiten

Die "Mitbringsel"

Die Urkunde

Zielfoto

Bei der Siegerehrung

Motto

Das war das einzige Ziel das ich wirklich hatte:

FINISHEN

"Not because they are easy, but because they are hard"

Ich freue mich auf die nächsten Herausvorderungen ;)